Doktoranden

Stefan Bloch
Forschungsprojekt:
Prognose des Customer Lifetime Value im Privatkundengeschäft deutscher Kreditinstitute – eine empirische Analyse (Arbeitstitel)
Die internationalen Großbanken JP Morgan Chase und HSBC trennten sich in den letzten Jahren von mehr als hunderttausend Kunden aufgrund der niedrigen bzw. negativen Profitabilität der einzelnen Kundenverbindungen. Bis 2019 will sich auch die Deutsche Bank von ca. 30.000 Kunden trennen. Dies ist eine Reaktion auf die sich verschärfende Ertragssituation im Bankenmarkt, verursacht durch die anhaltenden Metatrends Niedrigzinsphase, Regulatorik und Digitalisierung. Dadurch sind die Kreditinstitute gezwungen, sowohl Kosten zu senken als auch Erträge nachhaltig zu steigern, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Um diese ökonomischen Zielsetzungen zu erreichen, sollten sich die Kreditinstitute auf zukünftig profitable Kunden fokussieren und unprofitable Kundenbeziehungen beenden. Um die knappen Vertriebsressourcen optimal allokieren zu können, bedarf es einer validen Prognose der zukünftig zu erwartenden Kundendeckungsbeiträge. Zentrales Problem dabei ist, dass eine dezidierte und transparente Deckungsbeitragsrechnung in deutschen Kreditinstituten erst seit wenigen Jahren durchgeführt wird und damit der vergangenheitsorientierte Deckungsbeitrag messbar ist, aber noch keine ausreichend große Datenhistorie zur Prognose von zukünftigen Kundendeckungsbeiträgen existiert.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Prognose von Kundendeckungsbeitragsbarwerten von Privatkunden mit Hilfe eines neu zu entwickelnden Modells zu ermöglichen. Das Prognosemodell soll zu einer frühzeitigen Identifikation von potenzialstarken Kundenbeziehungen und in der Folge zu einer optimalen Ressourcenallokation führen.

Es existiert derzeit kein Prognosemodell, mit dessen Hilfe der zukünftige Kundenwert umfassend und exakt abgebildet werden kann. Mit Hilfe der verschiedenen Kooperationsbanken der zeb.business school und des daraus resultierenden umfangreichen Zugriffs auf Kundendaten, soll die bisher fehlende Datenhistorie aus einem Datenquerschnitt aufgebaut und in einen Längsschnitt transferiert werden, um ein Prognosemodell für die deutschen Kreditinstitute entwickeln zu können.

Eddie Dubiel

Forschungsprojekt:
Mehrpreisbereitschaft gegenüber Banken im mittelständischen Firmenkundenkreditgeschäft – Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Abschlussaufwand, Servicequalität und zufriedenheitsgetriebenen Faktoren auf die Mehrpreisbereitschaft im Fall einer derivativen B2B-Finanzdienstleistung mit bilateraler Informationsasymmetrie (Arbeitstitel)
Es wird untersucht, inwieweit ausgewählte Einflussfaktoren die Mehrpreisbereitschaft von Firmenkunden beeinflussen Dazu werden Wirkungsrichtung, Ausprägung Pfadkoeffizienten und Signifikanz direkter/indirekter/Gesamteffekte analysiert. Zudem wird ermittelt, in welcher Relation die Effektstärken zueinander stehen. Hier werden der quasi-objektive kognitive Abschlussaufwand, die subjektive kognitive Servicequalität und die subjektive affektive Beziehungsvariablen gegenübergestellt, indem die Ausprägung der Effektstärken ermittelt wird.

Schließlich wird bestimmt, inwieweit das Einflussgefüge durch die Unternehmensgröße, das Involvement und die Anzahl Entscheider beeinflusst wird. Dazu wird in einer Multi-Group-Analysis die Signifikanz der Unterschiede direkter und Gesamteffekte erhoben.

Sebastian Hirsch
Forschungsprojekt:
Fremdwährungsrisiken bei der Expansion in exotische Währungsräume im Leasinggeschäft (Arbeitstitel)
Der Herausforderung nach neuen Wachstumspotenzialen außerhalb Europas und den USA stellen sich mehr und mehr erfolgreiche europäische Unternehmen. Der Weg führt dabei nicht zuletzt über Staaten wie Brasilien, China und Indien aus Europa heraus, wobei neben kulturellen, politischen und juristischen Rahmenbedingungen auch der Aspekt der Fremdwährung eine entscheidende Rolle spielt. Der Aspekt von Fremdwährungsrisiken ist dabei grundsätzlich nicht neu, da im europäischen Kernmarkt oft der Britische Pfund und der Schweizer Franken im Portfolio vorzufinden sind. Allerdings funktionieren die Währungsmärkte und Wechselkurse in Schwellenländern anders wie die verbleibenden Fremdwährungsräume in Europa. Hinzu kommen die enormen Wachstumschancen, die dazu führen können, dass relativ schnell eine Währungsposition bspw. in Brasilianischen Real aufgebaut werden kann.

Die enorme Rohstoffabhängigkeit und politische Unsicherheiten sind wesentliche volkswirtschaftliche Treiber, die dazu führen, dass die Wechselkurse in exotischen Währungsräumen sich nicht so verhalten, wie es standardmäßig aus dem US-Dollar, demSchweizer Franken oder auch dem Japanischen Yen abzuleiten wäre. In einer ersten statistischen Auswertung, wobei die exotischen Währungen hier vom Brasilianischen Real, Chilenischen Pesos, der Indischen Rupie und dem Russischen Rubel repräsentiert sind, wird das höhere Risiko in exotischen Währungen durch höhere Spannweiten und Volatilitäten in den beobachteten Wechselkursrenditen der letzten zwölf Jahre belegt. Zudem konnte gezeigt werden, dass die Verteilung der beobachteten Wechselkursveränderungen wesentlich asymmetrischer ist als die der Standard-Währungspaare Euro/Schweizer Franken oder Euro/US-Dollar. Die aktuellsten Entwicklungen des Schweizer Franken in 2015 werden in der Analyse ebenfalls berücksichtigt und diese zeigen, dass die wissenschaftliche Bearbeitung des Themas nahezu alle Wechselkursbeziehungen angehen kann und dass eine Abgrenzung exotischer Währungen nicht allein auf Basis von hohen Volatilitäten zulässig sein kann.
Neben der reinen Wechselkursanalyse, die für exotische Währungsräume und den Umgang mit diesen Wechselkursen sehr bedeutsam ist, weil bis dato nicht ausreichend untersucht, ist auch die Risikomessung in einem ganzheitlichen Rahmen zentrale Aufgabe des Forschungsprojektes. Die alleinige Risikobetrachtung, die auf Totalperioden ausgerichtet ist, genügt den heutigen Ansprüchen nicht. Aufsichtsrechtliche Anforderungen und Erfordernisse des Kapitalmarktes erfordern neben der unternehmenswertgetriebenen Sichtweise auch ein Auge für klassische Kennziffern, wie Eigenkapitalquoten und Gewinn. Dies macht es unabdinglich die Aspekte der cashflow- und wertorientierten Risikoperspektiven als auch die der periodischen aus der Gewinn- und Verlustrechnung abzuleitenden Risikoperspektiven zusammenzuführen. Hierzu wird ein Modell entwickelt, welches vorrangig das fälligkeitsbezogene, sog. Transaction Risk, und das bewertungs- und stichtagsbezogene, sog. Translation Risk, gemeinsam betrachtet.

Im Rahmen der Modellentwicklung haben sich Copulas als geeignetes Korrelationsmaß zwischen unterschiedlichen Risikoparametern im Fremdwährungsbereich als geeignet herauskristallisiert. Nicht nur die Zusammenführung von Umrechnungs- und Umwechslungsrisiko, sondern auch die Berücksichtigung von sogenannten Ankerwährungen gehen in das Modell ein. Da exotische Währungen oftmals eine Anker- bzw. Orientierungswährung, wie der brasilianische Real bspw. den US-Dollar, haben, ergeben sich für das Modell in der Regel drei relevante Währungen. Das Berücksichtigen der Ankerwährung, was zum einen aus der praktischen Konvertierbarkeit der Währungen oftmals notwendig ist, erweist sich auch in der empirischen Analyse als sinnvoll, da dem Fremdwährungsrisiko aus der exotischen Währung somit aus zwei Perspektiven begegnet werden kann.

Christopher Meadowcroft
Forschungsprojekt:
Value Based Corporate Bank Management – A Vertically Integrated Steering Concept (Arbeitstitel)
Der Aspekt der Kapitaleffizienz rückt im Rahmen der erhöhten Kapitalanforderungen unter Basel III und Swiss Finish noch stärker in den Fokus der strategischen Ausrichtung der Schweizer Grossbanken. Um eine wertorientierte und damit kapitaleffiziente Banksteuerung umsetzen zu können, müssen sowohl im Top-Down Kapitalallokationsprozess, wie auch in der Performancemessung und Preisgestaltung die risiko- und ertragsseitigen Interdependenzen zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen und den angebotenen Produkten verstanden und berücksichtigt werden.

Dem kapitalintensiven Aktivgeschäft kommt dabei eine besondere Rolle zu. Dem Bankprodukt „Kredit“ wird sowohl in der Praxis, wie auch in der Literatur häufig attestiert, dass es ein Ankerprodukt sei. Die Ankerprodukthypothese des Aktivgeschäfts besagt, dass der Kredit ein „Door-Opener Produkt“ ist, welches die Basis für eine nachhaltig profitable Firmenkundenbeziehung legt. Daraus folgt, dass die kreditgebende Bank über den Verlauf einer Kundenbeziehung besser positioniert ist, um weitere, wenig kapitalintensive Ertragsquellen zu erschliessen.

In dieser Arbeit soll für den Geschäftsbereich Corporate Banking innerhalb einer integrierten Bank die Ankerprodukthypothese empirisch getestet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, die Steuerungselemente „Kreditpreisgestaltung“, „Vertriebszielsetzung“ und „Performance-Messung“ zu optimieren um ein nachhaltig profitables Wachstum auf Gesamtbankstufe zu unterstützen.
Das Forschungsprojekt befindet sich zur Zeit im Stadium der Hypothesentests, resp. der ökonometrischen Untersuchungen zur Ankerprodukthypothese.

Martin Polle
Forschungsprojekt:
Risikomessung in Kreditinstituten – Risikomessung in Kreditinstituten – Konzeption zur Ermittlung von Haltedauer und Konfidenzniveau ausgewählter Risikokategorien von Genossenschaftsbanken (Arbeitstitel)
Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit haben Banken das so genannte Risikotragfähigkeitskalkül zu beachten. Um die Solvenz einer Bank zu gewährleisten, sollen danach die Risikodeckungsmassen (RDM) stets mindestens dem Risiko entsprechen. Allgemein gilt also: RDM ≥ Risiko. Die Steuerung der Risikotragfähigkeit erfolgt auf der Grundlage einer Risikotragfähigkeitskonzeption. In einer solchen Konzeption haben Banken zu erklären, über welche RDM sie verfügen, [Teilproblem i] welchen Teil der RDM (Risikokapital) sie zur Übernahme von Risiken bereitstellen wollen, [Teilproblem ii] wie sie das Risikokapital auf die einzelnen Risikoarten oder Geschäftsfelder verteilen und [Teilproblem iii] wie sie die Risiken messen. Die skizzierten Problemstellungen stellen Entscheider in der Praxis vor diverse Herausforderungen. Dabei ist häufig unklar, ob die gewählte Positionierung der Bank konsistent zur Risikoeinstellung des Entscheidungsträgers dieser Bank ist und ob diese Positionierung geeignet ist, die Risikotragfähigkeit der Bank dauerhaft zu sichern.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Teilprobleme aus der Perspektive eines rational handelnden Akteurs zu betrachten und im Sinne normativer Forschung eine Konzeption einer entscheidungstheoretisch fundierten Risikotragfähigkeitskonzeption zu entwickeln. Die Verteilung von Risikokapital wird als Entscheidungsproblem unter Risiko behandelt. Zusammengefasst sollen folgende Forschungsfragen (FF) beantwortet werden:

  • FF1: Wie viel Risikokapital sollte eine Bank einsetzen?
  • FF2: Wie sollte Risikokapital entscheidungstheoretisch fundiert (rational) investiert werden?
  • FF3: Welche Faktoren sollten Entscheidungsträger bei der Wahl von Haltedauer und Konfidenzniveau im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeption-Kalküls berücksichtigen?

FF1
Grundlage für die Entscheidung darüber, wie viel Risikokapital eine Bank einsetzen sollte, ist die Risikotoleranz der Entscheidungsträger. Die Risikotoleranz (RT) kann geschrieben werden als Σ . Basierend auf einer Analyse des Schrifttums wird die Hypothese aufgestellt, dass die Risikotoleranz (1) von der Verfügbarkeit der RDM, (2) von der Wiederherstellbarkeit der RDM und (3) von der Verlustbereitschaft der Entscheidungsträger abhängen sollte. Das Forschungsdesign sieht vor, die ermittelten Einflussfaktoren mit Hilfe eines theoriegenerierenden Experteninterviews zu validieren. Um dies zu erreichen, werden Expertengruppen befragt, die einen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Problemstellung haben.

FF2
Das traditionelle Risikotragfähigkeitskalkül basiert auf der Behandlung von Risiko als eigenständiges Konzept. Damit ist es möglich, ein Risikourteil zu treffen. Präferenzen rationaler Entscheider bei der Auswahl zwischen risikobehafteten Alternativen können auf der Grundlage der Erwartungsnutzentheorie berücksichtigt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Risikoeinstellung eines Entscheiders durch Risiko- und Höhenpräferenzen und eine Risikotoleranz gekennzeichnet werden kann. Hinsichtlich der Risikotoleranz existiert eine durch die Bankenaufsicht vorgegebene Obergrenze. Es wird unterstellt, dass Entscheider strikt risikoavers sind und die Axiome der Erwartungsnutzentheorie akzeptieren. Die Risiko- und Höhenpräferenzen der Entscheidungsträger lassen sich folglich mit einer Nutzenfunktion u abbilden. Unter diesen Gesichtspunkten kann das traditionelle Risikotragfähigkeitskalkül RDM ≥ Risiko zu einem Risiko-Wert-Modell der Form max{Eu (X)|RDM ≥ Risiko} erweitert werden. Das Forschungsdesign beinhaltet die Entwicklung eines Versuchsaufbaus, mit dem die Ermittlung des Grades der Risikoaversion von Entscheidungsträgern in Kreditinstituten vereinfacht möglich ist. Für eine beispielhafte Kreditgenossenschaft soll mithilfe dieses Versuchsaufbaus die Risikonutzenfunktion bestimmt werden. Im Anschluss daran soll das Risiko-Wert-Modell auf eine komplexe Asset-Allocation dieser Kreditgenossenschaft angewendet werden.

FF3
Eine beispielhafte Anwendung der Parametrisierungen in den Bandbreiten der „Range of Practice“ der Deutschen Bundesbank zu den Risikotragfähigkeitskonzeptionen der deutschen Kreditwirtschaft aus dem Jahr 2010 auf die wesentlichen Risikoarten Adress- und Marktpreisrisiko einer Kreditgenossenschaft zeigt, dass bei Verwendung eher milder Parametrisierungen für Haltedauer und Konfidenzniveau wenig Risikokapital gebunden wird und folglich Steuerungsimpulse entstehen, die eine Ausweitung des Risikos begründen können. Die Verwendung von eher strengen Parametrisierungen führt hingegen dazu, dass die Risiken das bereitgestellte Deckungspotenzial überschreiten. Der Steuerungsimpuls kann in diesem Fall zu einer Reduktion der eingegangenen Risiken und damit unter Umständen auch zu einer Begrenzung der Ertragschancen führen. Gegenstand der Forschungsfrage 3 ist daher eine Systematisierung von Faktoren, die Entscheidungsträger bei der Wahl von Haltedauer und Konfidenzniveau berücksichtigen sollten. Basierend auf der wissenschaftlichen Literatur wird die Hypothese aufgestellt, dass rationale Entscheider bei der Festlegung der Haltedauer die Faktoren Marktzugang, Anlagestrategie, Controllingzeitraum, Möglichkeit von Steuerungsmaßnahmen und den Liquidationszeitraum berücksichtigen sollten. Bei der Wahl des Konfidenzniveaus sollten Entscheidungsträger die Faktoren Zielrating der Bank, Informationsasymmetrien und Schiefe der Verlustverteilung berücksichtigen. Das Forschungsdesign sieht ein theoriegenerierendes Experteninterview vor, mit dem die genannten Faktoren validiert werden sollen. Dabei werden wie bei FF1 Expertengruppen mit unterschiedlichen

Jens Wiegel
Forschungsprojekt:
Soziale Interaktion bei der Wertpapieranlage – Eine verhaltenswissenschaftliche Betrachtung und empirische Untersuchung von kollaborativen Empfehlungssystemen im Fall der Wertpapieranlage
Wertpapieranlagen sind komplexe Entscheidungen, die ein Abwägen zwischen einer Vielzahl von Produktalternativen unter hoher Unsicherheit erfordern und weitreichenende Folgen für den Anleger haben können. Das resultierende hohe Informationsbedürfnis spiegelt sich in der Regel in einem hohen Beratungsbedarf wider, der typischerweise über eine Anlageberatung in einer Bankfiliale gedeckt wird.

Die Nutzung von Online-Kanälen bei Finanzgeschäften wird allerdings für immer mehr Bankkunden zur Selbstverständlichkeit. Die allgemeine Digitalisierung der Gesellschaft sowie der Vertrauensverlust in die Bankberatung im Zuge der Finanzkrise hat dazu geführt, dass mittlerweile der Großteil der Wertpapieranleger Anlageentscheidungen selbstständig online trifft und ausführt. Aufgrund zunehmender regulatorischer Anforderungen ist die Anlageberatung auf Anbieterseite ferner mit einem wachsenden Aufwand und steigenden Haftungsrisiken verbunden. Vor dem Hintergrund sinkender Deckungsbeiträge werden deshalb Beratungsleistungen häufig nicht mehr für Kundensegmente mit geringen und mittleren Anlagevolumen angeboten. Banken und andere Anbieter von Wertpapierdienstleistungen stehen deshalb vor der Herausforderung, den weiterhin hohen Informationsbedarf durch den Einsatz von Entscheidungshilfen zu decken. In diesem Zusammenhang können internetbasierte Empfehlungssysteme ein geeignetes Mittel sein, um einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern zu schaffen. Unter dem Begriff ‚Social Trading‘ erlangen insbesondere Anwendungen zunehmende marktwirtschaftliche Relevanz, in denen Wertpapieranleger durch soziale Interaktionen im Entscheidungsprozess unterstützt werden.

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es zum einen die relevanten Einflussfaktoren der Nutzung von Online-Wertpapierdienstleistungen zu identifizieren und zum anderen die Wirkungsweise von kollaborativen Empfehlungssystemen auf das Konsumentenverhalten von Online-Wertpapieranlegern zu untersuchen. Dadurch werden wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Wirkungsweise von Empfehlungssystemen geschaffen und praxisorientierte Handlungsempfehlung zum Einsatz bei Wertpapierdienstleistungen aufgezeigt. Die empirische Überprüfung des zuvor theoretisch hergeleiteten Wirkungsmodells erfolgt in einer experimentellen Studie.