Forschungsbeispiel Innovation

Mit Unterschieden zum Innovationserfolg

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Prof. Dr. Joachim Hasebrook
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Der Begriff Diversity wird vor allem mit den im Gesetz festgehaltenen Merkmalen in Verbindung Alter, Behinderung, Geschlecht, Kulturzugehörigkeit, Religion, und sexuelle Orientierung in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die Erfüllung von Quoten, z. B. die viel diskutierte „Frauenquote“; den Grad an Fairness oder eben Diskrimination anzeigt. „Diversity“ ist aber nicht nur der Schutz des Einzelnen vor Diskriminierung sondern kann auch ein wirtschaftlicher Vorteil und dessen Steuerung und Nutzung sein. Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden daher nicht nur die sechs unveränderlichen Merkmale (gemäß des AGG und EU-Vorgaben), sondern messen Diversity in ihrem Unternehmen anhand wirtschaftlich nutzbarer Merkmale und Kompetenzen wie Arbeitsstil, Denkart und Fachkompetenzen.

Im Zusammenhang mit Diversity Management und wirtschaftlichem Erfolg steht die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens. Schwer imitierbare Alleinstellungsmerkmale sind für Organisationen wichtige Erfolgsvoraussetzungen in einer global vernetzten Wirtschaft. Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal können die Struktur und Eigenschaften der Belegschaft sein. Dabei kann ein Fairness- und Anti-Diskriminierungsansatz im Vordergrund stehen, der sich vor allem mit der Vorbeugung und Vermeidung von Diskriminierung in Organisationen beschäftigt. Bei dem Zugangs- und Legitimationsansatz handelt es sich um einen marktwirtschaftlichen Ansatz, der sich um die Spiegelung der marktdemografischen Vielfalt der Kunden insbesondere der Kundeninteressen durch die Mitarbeiter innerhalb der Organisation bemüht. Der Lern- und Effektivitätsansatz schließlich hebt hervor, dass die Auswahl und Entscheidungen von Mitarbeitern durch ihren kulturellen Hintergrund und ihre Identitätsgruppenzugehörigkeit einzigartig sind. Diese Vielfalt integriert die Organisation in ihre Arbeitsprozesse und nutzt sie zu deren Verbesserung.

In einer umfassenden Studie zum Diversity Management zusammen mit der Frankfurt School und der Universität Oldenburg wurde untersucht, unter welchen Voraussetzungen Diversity und Innovation zusammen wirken können (vgl. Abb.):

Erfolgreiche Unternehmen integrieren Vielfalt besser und sind erfolgreichere Innovatoren. Der Umgang mit Diversity im Sinne guter und fairer Personalentwicklung unterstützt maßgeblich den Erfolg eines Unternehmens. Hingegen hat der Umgang mit Diversity als Vermeidung von Diskriminierung und Integrationsbemühen keinen messbaren Einfluss auf Erfolg. Ein offener Kundenzugang wirkt nur dann messbar, wenn Personalentwicklung unzureichend ist. Die Studie zeigt, dass Transparenz und kundenorientierte Personalentwicklung Vielfalt im Unternehmen wirksam nutzen.

 

Prof. Dr. Joachim Hasebrook

Empfehlung von Prof. Dr. Joachim Hasebrook

Akademischer Leiter der zeb.business school.